Planspiel Stadt - Projektidee, -verlauf und
-ergebnisse
Die Geographie-AG des Freiburg-Seminars am Wentzinger-Gymnasium
Freiburg besteht aus 7 Schülerinnen und Schülern verschiedener
Schulen der Region aus den Klassen 8-11.
Wir haben versucht, uns der Thematik der demographischen
Entwicklung in Freiburg mit Hilfe geographischer Informationssysteme
zu nähern.
Wir wollten zunächst einmal vorhandene Daten kartographisch
darstellen und dann selber Daten erheben. Hierzu sollten
Tablett-Computer angeschafft werden, damit die Datenaufnahme im
Gelände möglich wird.
Der Verlauf des Projektes wurde von einer intensiven
Einarbeitungsphase geprägt, in der die Teilnehmer zunächst die
Web-Plattform Arc-Gis-Online kennen lernten, mit der sich räumliche
Daten auf verschiedenen Ebenen zusammenführen und darstellen lassen.
Gleichzeitig arbeitete sich die AG in die Thematik des Planspiels
ein, um auszuloten, welche Aspekte sich kartographisch darstellen
ließen.
Zunächst entstanden die Karten zum Durchschnittsalter und zur
Bevölkerungsentwicklung in den Stadtkreisen Baden-Württembergs. Sie
zeigen Freiburg als die jüngste Stadt im Ländle, die in den letzten
Jahren sowohl durch Geburtenüberschüsse als auch durch
Wanderungsgewinne deutlich gewachsen ist.
Um kompliziertere Karten zu erstellen und Berechnungen durchführen
zu können, wurde es nötig, sich mit einem komplexen GIS-Programm zu
beschäftigen. Die AG unternahm zu diesem Zweck einen Tagesausflug
nach Heidelberg, wo wir an der GIS-Station der Klaus-Tschira-Stiftung
für digitale Geomedien einen Workshop zum Programm ARC-Gis Desktop
bekamen.
Mit dem neu erworbenen Wissen entstanden dann Karten, welche die
demographische Situation in Freiburg auf der Ebene der Stadtteile
darstellen. Hierzu digitalisierten wir die die Grenzen der einzelnen
Stadtteile und verknüpften die entstandenen Polygone mit Daten zur
Altersstruktur und mit Umfrageergebnissen zur Zufriedenheit mit dem
sozialen Wohnumfeld (die Daten bekamen wir von dem
Online-Statistik-Portal der Stadt).
Es lässt sich tendenziell erkennen, dass die Zufriedenheit mit
der Nachbarschaft dann besonders groß ist, wenn es mehr junge als
alte Menschen im Stadtteil gibt. Auch ist es kein Nachteil für das
soziale Klima, wenn viele Jugendliche dort wohnen. Unzufriedenheit
scheint hier eher eine Eigenschaft der Älteren zu sein. Hier liegen
sicherlich Herausforderungen für die zukünftige Entwicklung des
sozialen Miteinanders.
Erst im Dezember konnten die Tablett-Computer zum Einsatz kommen.
In der nun folgenden (noch nicht abgeschlossenen) Projektphase wird
zunächst einmal das eigene Freizeitverhalten dokumentiert. Die
Ergebnisse werden in einer kartographischen Online-Datenbank, einem
sogenannten Feature-Service gesammelt. Erhoben werden die Art der
Aktivität, der Ort, an dem sie ausgeübt wird, sowie Wohnort und
Alter des Befragten. Eine erste Karte des Freizeitverhaltens der
AG-Teilnehmer zeigt ein weit über die Stadt verteiltes
Freizeitleben.
Die Ergebnisse lassen sollen schließlich mit den bereits
erstellten demographischen Karten verbunden werden, um zu
analysieren, ob die Altersstruktur eines Stadtteils etwas über das
Freizeitverhalten aussagt. Das Projekt konnte in diesem Punkt noch
nicht fertiggestellt werden, da die Datengrundlage noch nicht groß
genug war. Die Tablett-Computer haben sich aber hier schon sehr
bewährt.
Das Planspiel-Stadt war sowohl für den
Leiter als auch für die Teilnehmer sehr interessant.